Die CDU-Heuchelheim Kinzenbach hatte am 02.10.2020 interessierte Bürger zu einer Wanderung unter Naturschutzgesichtspunkten durch das schöne Volkenbachtal in Kinzenbach eingeladen.
Fragen wie „Was hat sich in diesem kleinen Tal getan?“, „Welche Entwicklungen gibt es?“, „Welche Tier- und Pflanzenarten finden sich aktuell?“ konnten durch den unabhängigen Referenten und Führer, Herrn Gerhard Wiese (NABU), beantwortet werden. Eindrucksvoll und kenntnisreich referierte er über die Flora und Fauna, in diesem für viele Menschen immer noch unbekannten Gemarkungsteil. Unterstützt wurde er hierbei von Herrn Gerhard Henkelmann als Ortschroniker sowie Herrn Dr. Peter Ströde als Fachmann für Pflanzenkunde.

Um 16.00 Uhr begann die Wanderung mit Ausgangspunkt am Kirschenwäldchen, führte vorbei an den Landwirtschaftsflächen „Vorn auf der Rothell“ und entlang an den „Gänsgraben“ mit einer unverwechselbar schönen Sicht zu Gleiberg und Vetzberg vom Steinbruch Kinzenbach ausblickend. Die Wanderung endete im schönen Kinzenbacher Wald nach 90 Minuten beeindruckender Wissenssammlung, referiert durch die unverkennbaren Insider.

Den vielen naturbegeisterten Teilnehmern jeden Alters waren bislang die Namen der anliegenden Gemarkungsflächen wie z. B. „Zorn Zell“ völlig unbekannt.

Interessant zu erfahren war, dass das Volkenbachtal seinerzeit eine begehrte Gemarkung für den Abbau des ökologischen Baustoffes Lehm war. Aber auch, dass die vielen hier befindlichen hohlen Baumstumpfe, der ehemals blühenden und gedeihenden Kirschbäume, nunmehr als häusliche Artenquartiere für Spinnen, Ameisen und andere Tier- und Insektenarten, mit eigenem Naturhaushalt dienen.

Bezüglich der Pflanzenarten wie Aufrechte Weißmiere, Fünfmänniger Spörgel oder Drüsiger Ehrenpreis erfuhr man durch die Referenten, dass diese in ihrem Bestand im Volkenbachtal gefährdet sind. Die eher unscheinbaren Pflanzen waren hier seinerzeit weit verbreitet und beheimatet. Bedingt durch mittlerweile vorhandene kräftige Gräser, Büsche und Hecken wurden sie verdrängt oder sind dem Ackerbau zum Opfer gefallen.


Damit sie nicht gänzlich aus dem Naturschutzgebiet verschwinden, wurde durch ein Wiederansiedlungsprojekt Anfang 2017 von Zuchten aus dem Gewächshaus, durch Mitarbeiter des Botanischen Gartens Frankfurt, der Landschaftspflegevereinigung Gießen, der Unteren Naturschutzbehörde und der Gemeinde Heuchelheim, zusammen ein "Auswildern" der zarten Pflänzchen gestartet. Ziel war hier insbesondere, dass die Samen in freier Natur dann selbst wieder samen und sich ein neuer, hoffentlich großer Bestand entwickelt. Die NABU Heuchelheim nimmt hier regelmäßig Nachpflegen vor, so dass Weißdorn- und Brombeerhecken den zarten Pflänzchen nicht den zum „Überleben“ notwendigen Lebensraum übermäßig vereinnahmen.

In Höhe des Vogelwäldchens konnten die derzeit 11 vorhandenen Brutplätze der Steinkauze gesichtet werden.


Und in nicht weiter Entfernung gelegen, hatte man das Glück, ein verstecktes, seinerzeit durch die NABU mit vorhandenen Naturmaterialien wie Lehm, Sand und Wasser errichtetes Biotop zu bestaunen.

Eine kurze Rast erfolgte an diesem traumhaften Aussichtspunkt mit Blick auf die gegenüberliegenden Burgen Gleiberg und Vetzberg hinter dem hier befindlichen „Steinbruch Kinzenbach“.

Wenige hundert Meter entfernt endet die sehr eindrucksvolle und informative Begehung im Kinzenbacher Wald. Ein großer Dank wird an dieser Stelle den interessierten Bürgern für ihre Teilnahme, insbesondere aber Herrn Gerhard Wiese, Herrn Dr. Peter Ströde sowie Herrn Gerhard Henkelmann, für ihre Wissensvermittlung und den beeindruckenden Austausch, ausgesprochen.

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